Ich bin wo ich bin

Heute werde ich besonders stark gegängelt. ‚Finde nun endlich den Sinn deines Lebens, finde heraus was dich glücklich macht, das muss doch endlich mal klappen, was ist nur mit dir los!‘

Es hat ganz harmlos angefangen, ich habe ein paar Übungen gemacht, hatte ein paar Ideen, dann waren die doch nicht so gut, die Unsicherheit kam dazu, der Druck. Was will durch mich in die Welt kommen? Was habe ich zu geben? Was sind meine Talente?

Ich habe keine Antwort auf diese Fragen. Die Ungeduld steigt: ‚Jetzt sollte es mal endlich vorbei sein mit dem Gejammer und Geheule und Nichtwissen, es kann doch nicht sein, dass du gar nichts weißt, das glaube ich nicht.‘

Ich merkte, dass ich mich immer schlechter fühlte, der Druck zunahm, und beschloss dem nachzugehen anstatt weiter nach meiner Bestimmung zu suchen. Denn offenbar will sich mir die nicht offenbaren.

Das hat schon mal richtig gut getan, aufzuschreiben was mich unter Druck setzt, bei Licht betrachtet verlieren die Dämonen ihren Schrecken, wenigstens ein Gesetz des Universums auf das man sich verlassen kann.

Was würde jemand tun, der sich selbst liebt?

Aufhören irgendwo sein zu wollen wo er nicht ist. Dem was ist erlauben da zu sein. Jaaa, sofort geht der Druck runter.

Ich darf es nicht wissen, ich darf es sogar immer noch nicht wissen, juhuu, ich darf einfach keinen blassen Schimmer haben. Denn es ist einfach so. Das liebevollste was ich für mich tun kann, ist mir zu erlauben dort zu sein wo ich gerade bin.

Sofort spüre ich Wärme und Freude und Weite, immer wieder erstaunlich, wie Magie. Da will ich und will ich und will ich mich verändern, damit es mir besser geht und alles was ich bekomme, ist dass es mir noch schlechter geht, und kaum erlaube ich mir genau dort zu sein wo ich bin, kommt das Wohlgefühl. Ich weine vor Erleichterung, weil es so schön ist, die Tränen hören gar nicht auf, es berührt mich so.

Jetzt erst kann ich den Fokus wieder darauf richten mir etwas Gutes zu tun und gehe in die Badewanne.

Was macht mir denn Spaß, was mache ich denn einfach? Lesen, Handarbeiten, Sport, Kochen, Farben zusammenstellen, also alles was mit Farben zu tun hat, ich liebe Farben.

Das reicht. Alles was ich aufgezählt habe resoniert. Mehr auch nicht. Es gibt noch einiges was ich gerne mache, aber eben nur manchmal, unter bestimmten Bedingungen. Aber das was da steht sind meine Grundinteressen. Mehr muss ich heute nicht wissen.

Kommentar verfassen