Ich bin bereit mir zu vertrauen

Ich habe mit mir eine Vereinbarung getroffen. Ich habe das zwar schon eine Weile gemacht, aber nun möchte ich es noch verstärken. Für die nächsten zwei Monate, also bis zum 14. Juni.

Ich möchte meinen Weg nur noch von zwei Fragen leiten lassen:

‚Was würde jemand, der sich selbst liebt in meiner Situation tun?‘

und

‚Lieber Körper, was soll ich essen, trinken, wann, wieviel bewegen?‘

Weil ich gemerkt habe, dass es für mich das einzig Sinnvolle ist. Ich neige dazu Vorgaben überzuerfüllen, lese ich ein Buch muss ich das alles so machen und noch dazu richtig, besuche ich ein Seminar, höre ich etwas, genau so.

Obwohl mich die alte Vorgehensweise sicher ein sehr gutes und wichtiges Stück weit getragen hat, so ist das Ende angekommen. Unvermeidbar. Das System, ich habe Problem A und nutze dazu Strategie B, weil das jemand mal so gesagt hat, ist überholt.

Diese Erkenntnis hat mich eine Weile in eine Art Vakuum gestoßen, nichts hilft, alles ist schwer, ich bin weiterhin dick, alles sinnlos.

Aber so langsam entsteht dort etwas Neues, nämlich der Mut es mal total zu wagen. Mich nur noch auf mich zu besinnen und auf sonst nichts. Sicher mache ich das schon eine Weile mehr oder weniger so, aber immer ein wenig zweifelnd. Ob ich das wirklich kann, ob ich das wirklich weiß?

Nun, was ist die Alternative, alles, absolut alles was ich bisher gemacht habe hat mich zwar ein Stück weiter gebracht, aber ist letztlich für mich nicht das Richtige. Um es mal ganz deutlich zu sagen, ich bin immer noch dick. Da ich alles, aber auch alles ‚richtig‘ gemacht habe, kann es nach so vielen Jahren nicht an mir liegen.

Nein, es liegt nicht an mir, es liegt nicht daran, dass ich es nicht gut genug mache, oder nicht lang genug, wie lange denn noch eigentlich? Menschen, die den Schlüssel zu sich gefunden haben wie z.Bsp. Kathrina Love Senn oder Nealon Hightower (dessen Buch man übrigens umsonst downloaden kann) haben innerhalb ca eines Jahres deutlich abgenommen, also die Abnahme begann innerhalb eines Jahres. Das erscheint mir stimmig. Wenn es  der richtige Weg ist, dann muss man das auch sehen, am Gewicht sehen.

Was sie genau gemacht haben, spielt keine Rolle, wenn man ihre Bücher liest, dann gibt es eine Gemeinsamkeit, sie haben gnadenlos auf sich und ihren Körper gehört und haben sich ihrer Heilung auf allen Ebenen verschrieben. Das hat zu ganz unterschiedlichen konkreten Schritten geführt, weil es für jeden Menschen anders ist.

Das hat bei mir eine tiefe Sehnsucht geweckt. Das will ich auch. Ich will einen gesunden Körper und einen gesunden Geist. Ich will das Gewicht haben, das mein Körper in einem gesunden Zustand haben will. Und das ist sicher keines, bei dem man keuchend die Treppe hochgeht oder der Bauch bei jeder Bewegung im Weg ist, nein bestimmt nicht.

Noch glaube ich mehr daran, dass ich noch ein paar Jährchen warten muss, dann werde ich irgendwann schon abnehmen. Nein, einfach und doch immer wahr, wenn es nicht funktioniert, dann ist es nicht das Richtige.

Es ist Zeit es anders anzugehen. Kann ich vertrauen, dass nur ich den Weg dorthin weiß?

Dass mein höheres Selbst oder wer auch immer, dieser Teil der immer zuverlässig und wissend antwortet wenn ich frage, dass dieser Teil mich zu der höchstmöglichen Ausgabe meiner selbst führt?

Kann ich darauf vertrauen?

Ja, ich kann. Ich bin bereit das zu glauben. Alles andere habe ich schon probiert, das ist der einzige Weg der übrigbleibt.

Weg mit allen Vorgaben, zumindest in der Prämisse, in der Realität ist das ein weiter Weg. Aber nichts werde ich mehr als gegeben voraussetzen. Ich will immer erst fragen.

Weg mit allen Kategorien, gesunde und ungesunde Lebensmittel, Hungerskala, Übungen, Essgewohnheiten, Trainingspläne und Sollvorgaben.

Ich will mich nur noch vom Körper leiten lassen und bin sehr gespannt wohin das führt.

Gestern habe ich festgestellt, dass manche Vorgaben so tief sind, dass ich sie schon lange nicht mehr bemerke. Ich wollte mir etwas beim Asiaten bestellen und gehe die Karte durch, da hörte ich eine kleine Stimme, die unbedingt die Ente will, sofort kommt eine andere, die sagt, aber nein, doch keine Ente, zu fett, nimm doch das Huhn.

Ich war dann erst kurz verwirrt, normalerweise hätte ich der diätfreundlicheren Variante immer den Vorzug gegeben ohne weiter nachzufragen. Jetzt fragte ich erst meinen Körper (oder wen auch immer ich da frage, ich sehe das nicht so genau, muss es nur irgendwie benennen), und der antwortete zuverlässig wie immer: Nimm die Ente, das weiß du doch, dass das jetzt genau das Richtige ist. Und das war es auch, ich fühlte mich danach angenehm satt, frisch und zufrieden.

Ein anderes Mal war ich so müde, dass ich nur noch schlafen konnte, etwas beunruhigt fragte ich meinen Körper was das sein soll, und der sagte, schlaf wenn du schlafen kannst und trink viel, viel Wasser. Das tat ich und am nächsten Tag war ich wieder fit.

Jede solche kleine Episode stärkt mein Vertrauen. Es gibt eine Instanz, die weiß was für mich richtig ist, die mich zu einem gesunden, fitten, energiegeladenen Leben führen will.

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