Beten

Seit ich auf die Thin Within Skala achte und bei Essdruck bete, ja, um Hilfe bete, läuft es viel besser. Das Gewicht geht das erste Mal seit Jahren nach unten. Danke!

Es ist für mich eine Riesenentlastung um Hilfe von oben zu beten anstatt den Anspruch zu hegen alles alleine zu schaffen. Die Realität hat mich eines besseren belehrt. Was auch immer ich gemacht habe, ich schaffte es einfach nicht.

Es ist einfach nicht machbar für mich alles alleine zu lösen, manches ist einfach größer als ich, hier kann nur Gott helfen.

Ich bete um alles, ich bete darum meinen Hunger richtig einzuschätzen, ich bete darum mich nicht zu überessen, ich bete um Hilfe bei Essdruck. Und ich bekomme sie.

Meistens reicht das Gewahrsein, dass ich gar keinen Hunger habe, und ich brauche nicht zu essen.

Heute hatte ich das erste Mal seit Monaten wieder einen ‚richtigen‘ Essanfall, der Essdruck war so stark, dass ich, obwohl ich mir dessen voll bewusst war nicht stoppen konnte. Noch während ich aß habe ich ständig um Hilfe gebeten. So konnte ich mich hinsetzen und in Ruhe und ohne schlechtes Gewissen essen. Die Welt geht davon nicht unter, natürlich musste ich essen, kein Wunder, wie könnte es auch anders sein. Of course!

Diese Of course! Einstellung, egal was passiert, entlastet mich sofort, ich verirre mich kaum noch im Kampf mit dem was ist, weil es in Anbetracht der gesamten Umstände kein Wunder war, das es so war.

Der zweite Teil besteht darin zu schauen, was ich hätte anders machen können, um in der nächsten ähnlichen Situation vielleicht nicht essen zu müssen.

Bitte lieber Gott, hilf mir herauszufinden worum es da ging!

Es ging um totale Hoffnungslosigkeit, das Gefühl, dass alles sinnlos ist und ich es niemals schaffen werde, ausgelöst durch Dinge, die mit Essen nichts zu tun hatten. Eine dunkle Wolke zog plötzlich über mich, benebelte mich und machte mich handlungsunfähig. Aber sicher! Kein Wunder!

Aber ich bin nicht allein, Gott ist immer bei mir und weiß einen Weg, auch wenn ich keinen mehr weiß. Darum bete ich. Ich bete um Kraft solch unangenehme Gefühle ohne Essen auszuhalten. Denn sie werden immer wieder kommen.

Ich bete um Kraft überhaupt Gefühle ohne Essen auszuhalten, denn sobald die Amplitude sich zu weit von der Nulllinie entfernt, wird es schwer, sowohl im Negativen wie im Positiven.

Überhaupt etwas zu fühlen ist meine größte Herausforderung und gleichzeitig auch meine größte Ressource. Verrückt nicht?

Inzwischen weiß ich nämlich, dass ich mir deswegen die Intensität im Außen suche, ob Essen oder anderes exzessives Verhalten, weil Intensität ein Teil meines Wesens ist, ich sie aber innerlich nicht zulasse.

Ganz langsam kann ich meine Perspektive wechseln, und anstatt meine Dramaqueen-Alluren zu verurteilen und wegmachen zu wollen, kann ich verstehen, dass sie nur ein Ersatz sind für innere Intensität.

Affektualisieren heißt dieser Bewältigungsmechanismus, übertriebene Gefühle im Vergleich zur Situation. Ich war ganz schon geschockt, als ich gelernt habe, dass das auch nur dazu dient Gefühle abzuwehren, nicht zu fühlen.

Ich habe damit experimentiert und genau so ist es. Das Affektualisieren ist ein Schutz, die Energie wird verbraucht, und das Eigentliche kommt nicht zum Vorschein. Es wird nicht gefühlt.

Ich bin zuversichtlich, es wird. Solange ich die Wahrheit sehen kann, die sehen kann, die ich gerade bin, solange bin ich auf dem Weg. Und wenn ich vom Weg abkomme, dass kann passieren, kein Wunder, dann kehre ich zurück, immer und immer wieder. Ich kann immer zurück. Es ist nie vorbei, nie verloren. Welch ein Glück!

3 Gedanken zu „Beten

  1. Liebe C.,

    bitte entschuldige, dass ich hier in deinem Blog einfach so reinschreibe. Aber ich habe dummerweise den Kontakt der – ich glaube – österreichischen – Heilpraktikerin nicht mehr, die du mir schon mal gegeben hast.
    Wärst du vielleicht so nett und sagst mir nochmal ihren Namen?
    Ganz herzlichen Dank und viele liebe Grüße!
    Christine

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